Silvio Baldini wurde vom ehemaligen Weltmeister Marco Tardelli als idealer Kandidat für den Posten des italienischen Nationaltrainers gehandelt, nachdem Pep Guardiola das Angebot Berichten zufolge abgelehnt hatte.

Nach dem jüngsten Scheitern der Azzurri bei der WM-Qualifikation – womit sie als erster ehemaliger Weltmeister drei Weltmeisterschaften in Folge verpassen – führt der italienische Fußballverband (FIGC) eine tiefgreifende Reform durch.

Der legendäre ehemalige Verteidiger Paolo Maldini wurde zum neuen technischen Direktor der italienischen Nationalmannschaft ernannt, wobei der ehemalige brasilianische Nationalspieler Leonardo als sein Berater fungiert.

Nach der Entlassung von Gennaro Gattuso wurden mehrere hochkarätige Kandidaten mit der Trainerstelle in Verbindung gebracht, wobei Guardiola als Italiens Hauptziel galt.

Am Donnerstag bestätigte Maldini, dass Gespräche sowohl mit Guardiola als auch mit Carlo Ancelotti stattgefunden hätten; auch Andrea Pirlo, Roberto Mancini und Antonio Conte wurden mit dieser Position in Verbindung gebracht.

Am Freitag deuteten jedoch zahlreiche Berichte darauf hin, dass Guardiola das Angebot abgelehnt habe und nach zehn Jahren als Trainer von Manchester City eine längere Auszeit nehmen wolle.

Maldini hatte erklärt, der italienische Fußballverband (FIGC) sei bereit, auf seinen Wunschkandidaten zu warten, doch da Guardiola nun aus dem Rennen ist und Ancelotti noch für weitere vier Jahre bei der brasilianischen Nationalmannschaft unter Vertrag steht, scheint Pirlo nun der Favorit zu sein.

Tardelli ist jedoch der Ansicht, dass U21-Trainer Baldini perfekt für diese Rolle geeignet ist, und verweist dabei auf das Beispiel Spaniens, wo Luis de la Fuente aus dem Nachwuchsbereich befördert wurde, bevor er die A-Nationalmannschaft bei der EM 2024 und der diesjährigen Weltmeisterschaft zum Erfolg führte.

In einem Interview mit „Il Giornale“ sagte Tardelli – der im WM-Finale 1982 gegen Westdeutschland den Siegtreffer erzielte –: „Andrea ist Weltmeister, er genießt im Ausland hohes Ansehen, er verfügt über Erfahrung und kennt unseren Fußball sehr gut.

„Aber ich nenne noch einen anderen Namen – Silvio Baldini. Er ist Teil des Verbandes.

Das spanische Beispiel von Luis de la Fuente sollte als Lehre dienen – er hat alle Jugendmannschaften trainiert, bevor er zur A-Nationalmannschaft kam.

Der italienische Fußball braucht nicht nur Namen, auch wenn sie noch so berühmt sind, er muss seine Struktur ändern, um junge Menschen und Kinder wieder für sich zu gewinnen, die wiederum mit der Freude am Ball und am Torerfolg spielen müssen.“


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Baldini leitete im Juni vorübergehend den jungen italienischen Kader und führte die Mannschaft zu 1:0-Freundschaftssiegen gegen Luxemburg und Griechenland.

Mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren und 354 Tagen war die von Baldini für sein erstes Spiel als Trainer gegen Luxemburg aufgestellte Mannschaft die jüngste Italiens seit Dezember 1912.

Er gab in diesem Spiel 15 Spielern ihr Debüt, wird nun aber voraussichtlich wieder zu seiner Aufgabe bei der italienischen U21 zurückkehren, die in ihrer Qualifikationsgruppe für die Europameisterschaft 2027 auf dem zweiten Platz liegt – drei Punkte hinter Polen, wobei noch zwei Spiele zu absolvieren sind.

Wer auch immer Italien als nächsten Trainer ernennen wird: Das erste Spiel unter seiner Leitung findet am 25. September in der Nations League gegen Belgien statt; in derselben Gruppe spielen außerdem die Türkei und Frankreich.


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