Im Kampf um den zweiten und dritten Platz in Gruppe J treffen Algerien und Österreich am Sonntag im Kansas City Stadium in einem entscheidenden WM-Duell aufeinander.
Algerien
Algerien zeigte in seinem letzten Spiel eine unvergessliche Leistung und feierte seinen ersten WM-Sieg überhaupt, nachdem es zunächst in Rückstand geraten war. Durch Tore von Amine Gouiri und Nadir Benbouali gelang es der Mannschaft, den Rückstand gegen Jordanien aufzuholen und dabei eine in ihrer Turniergeschichte selten gesehene Widerstandsfähigkeit unter Beweis zu stellen.
Bei ihrer erst dritten WM-Teilnahme im 21. Jahrhundert streben die „Fennecs“ nun zum zweiten Mal überhaupt den Einzug in die K.o.-Runde an. Vor dieser entscheidenden Partie liegt die Mannschaft von Vladimir Petković mit drei Punkten auf dem dritten Platz in Gruppe J, hinter Österreich aufgrund der Tordifferenz.
Die Situation ist für Algerien klar: Ein Sieg sichert den automatischen Einzug als Gruppenzweiter, auch wenn dies ein schwieriges Duell gegen Spanien in der nächsten Runde bedeuten könnte. Ein Unentschieden könnte – abhängig von den Ergebnissen der anderen Spiele – nicht ausreichen, was den Druck erhöht, erneut eine starke Leistung abzuliefern.
Mannschaftsnews
Stürmerstar Mohamed Amoura, der einen Großteil der algerischen Qualifikations-Tore erzielte, fällt aufgrund einer Oberschenkelverletzung aus, die er sich zu Beginn des Turniers zugezogen hat. Durch seine Abwesenheit lastet nun mehr Verantwortung auf dem Routinier Riyad Mahrez, der beim Sieg gegen Jordanien eine Vorlage lieferte, nun aber eine zentrale Rolle bei der Führung des Angriffs übernehmen muss.
Ansonsten sorgt Rayan Aït-Nouri für Qualität aus der Abwehr heraus, während im Mittelfeld möglicherweise Nabil Bentaleb zum Einsatz kommt, um die Ballkontrolle und das Gleichgewicht zu stärken.
Österreich
Österreichs Turnierverlauf war zwar konkurrenzfähig, aber inkonsistent. Nach einem wichtigen Sieg gegen Jordanien im Auftaktspiel gelang es ihnen im zweiten Spiel nicht, Argentinien in Schach zu halten, wobei Messis Brillanz den Ausschlag gab.
Die Mannschaft von Ralf Rangnick hatte Schwierigkeiten, die gut organisierte Abwehr zu knacken, und kam im Angriff nur zu wenigen Chancen. Diese mangelnde Durchschlagskraft muss behoben werden, wenn sie sich in diesem letzten Gruppenspiel den Einzug in die nächste Runde sichern will.
Trotz dieses Rückschlags befindet sich Österreich weiterhin in einer starken Position: punktgleich mit Algerien, aber dank der besseren Tordifferenz vor diesem. Ein Unentschieden würde wahrscheinlich zum Weiterkommen reichen, doch Rangnick wird bestrebt sein, den Einzug in die nächste Runde zu sichern, ohne sich auf die Torschussdifferenz verlassen zu müssen.
Historisch gesehen kommt dieser Begegnung eine besondere Bedeutung zu. Die beiden Mannschaften trafen zuvor bei der Weltmeisterschaft 1982 aufeinander – einem Turnier, das wegen der Kontroverse um Österreich in Erinnerung geblieben ist, die letztendlich zum Ausscheiden Algeriens führte. Dieser Kontext verleiht der ohnehin schon hochkarätigen Begegnung zusätzliche Spannung.
Mannschaftsnews
Österreich könnte nach den Schwierigkeiten gegen Argentinien im Angriff Umstellungen vornehmen. Marko Arnautović, der im Auftaktspiel ein Tor erzielte, drängt nach zwei Einsätzen als Einwechselspieler auf einen Platz in der Startelf.
Carney Chukwuemeka könnte ebenfalls zum Einsatz kommen, um nach seinem kürzlichen Wechsel der Länderspielnationalmannschaft für Kreativität im Mittelfeld zu sorgen.
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Wichtige Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt
- Beide Mannschaften liegen bei drei Punkten, und die Qualifikation hängt wahrscheinlich von diesem Ergebnis ab.
- Algerien muss gewinnen, um den Einzug in die nächste Runde zu sichern, was den Druck im Angriff erhöht.
- Der Ausfall von Mohamed Amoura schwächt Algeriens Offensivoptionen.
- Österreichs defensive Organisation verschafft dem Team einen Vorteil im Umgang mit Spielen unter hohem Druck.
- Die mögliche Rückkehr von Marko Arnautović in die Startelf könnte Österreichs Offensivkraft verstärken.
- Die historischen Spannungen zwischen den beiden Mannschaften könnten die Begegnung zusätzlich an Intensität gewinnen lassen.
Fazit
Dieses Spiel verspricht eine hart umkämpfte Partie zu werden, da beide Mannschaften klare Motivationen, aber leicht unterschiedliche Herangehensweisen haben. Algeriens Siegeszwang könnte die Mannschaft nach vorne treiben, was das Tempo erhöht, aber möglicherweise auch Lücken in der Abwehr offenbart.
Österreich hingegen könnte eine kontrolliertere Strategie verfolgen und seine Organisation sowie Erfahrung nutzen, um das Spiel zu gestalten und sich bietende Chancen zu verwerten.
Während Österreich insgesamt als die ausgewogenere Mannschaft erscheint, könnten Algeriens individuelle Offensivqualität und seine Entschlossenheit in entscheidenden Momenten den Ausschlag geben. Angesichts der hohen Bedeutung des Spiels und der Ausgeglichenheit der beiden Mannschaften bleibt ein Unentschieden jedoch ein wahrscheinliches Ergebnis.
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